Das Schuljahr 2018/19 neigt sich langsam aber stetig dem Ende zu!

 verfasst von Helmut Hinder am 14. April 2019.

 

Servus,

die Zeit bis zu den Osterferien 2019 hat uns vieles abverlangt. Schüler*innen und Lehrer*innen brauchen Pause. Wir sollten diese nutzen, viele Entwicklungen, die im Bildungsbereich ganz allgemein, als auch an unserer Schule im Speziellen, auf der Tagesordnung stehen, zu hinterfragen und Alternativen zu entwickeln. Leider ist diesbezüglich nicht viel Licht am Horizont zu sehen. Ich will dennoch damit anfangen.

Aber um was geht es eigentlich? Die "digitale Bildung(sreform)" bestimmt die aktuelle bildungspolitische Diskussion. Doch was steckt dahinter? In meinen folgenden Ausführungen, basierend auf einem Vortrag Peter Hensingers, möchte ich diese Frage beantworten.

 

Die digitale Bildung(sreform) - Wie gehen wir damit um?

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist nicht aufzuhalten. Damit einher geht eine schleichende Veränderung des Bildungsbegriffes. Dies zieht so fundamentale Veränderungen im gesamten Bildungsbereich nach sich, so dass man allseits von der "Digitalen Bildung(sreform)" spricht.

Darunter ist nicht zu verstehen, dass Lehrer*innen nach eigenem Ermessen digitale Medien und Software als Hilfsmittel im Unterricht einsetzen, dass Schüler z.B. Textverarbeitungs­pro­gramme, computergestützte Präsentationen oder den Umgang mit Tabellenkalkulationsprogrammen lernen, Auswertungen von Versuchen mit Programmen vornehmen, statistische Berechnungen durchführen oder lernen, Filme digital zu drehen und zu schneiden. Das gehört heute zu den Grundfertigkeiten, die man ab der Sekundarstufe 1 lernen sollte.

Bei der digitalen Bildungsreform geht es vielmehr um eine Neugestaltung des Erziehungswesens. Für das "Funktionieren" in der digitalisierten Gesellschaft soll der Nachwuchs frühzeitig vorbereitet werden.
Damit wird Erziehung, Entwicklung und Leben nicht vom Menschen her gedacht, sondern von den verfügbaren, technischen Geräten und Möglichkeiten. Sie ist geprägt von dem Glauben an die vollständige Messbarkeit der Welt, die Idee der Bestimmenden an die Steuerbarkeit aller kognitiven und sozialen Prozesse. Das, was in den digitalen Bildungsvorstellungen als individualisierter Unterricht favorisiert wird, ist in der Realität Frontalunterricht, vom Menschen befreit. Das soziale Gegenüber ist ein von Algorithmen gesteuerter "sprechender Bildschirm". Der Klassenverband entfällt, die durch den Lehrer erzeugte pädagogische Atmosphäre - erzeugt durch den Lehrer, weicht der Vereinzelung, technischer Kälte, Berechenbarkeit und Konditionierung. Lehrer*innen werden von Hard- und Softwareanbietern zu sogenannten Technik-Coaches ausgebildet. Damit sind sie in der Lage die Produkte der IT-Industrie im Unterricht kompetent einzusetzen.

Später sollen autonome eLearning-Systeme das Lehren übernehmen. Der Lehrer wird damit zum Lernbegleiter degradiert oder sogar überflüssig. Die Entmenschlichung und totale Überwachung der Gesellschaft im Gesamten nimmt damit immer mehr Konturen an.

Erziehung im eigentlichen Sinne steht einer solchen Entwicklung konträr entgegen, weil sie vielmehr danach fragt, was Kinder brauchen, um in jeder Beziehung gesund aufzuwachsen. Unter welchen Bedingungen reifen das Gehirn, die Sinne, die sozialen Fähigkeiten möglichst optimal?

Wenn hierauf Antworten gefunden sind, dann und nur dann, können wir in einem nachfolgenden Schritt fragen, wann und ob, wofür und in welchem Umfang digitale Medien Bestandteil des (Schul)lebens sein sollen.

(u.a aus: Peter Hensinger, Vortrag vom 09.02.2019, "Was macht die geplante digitale Schulreform mit unseren Kindern?", zusammengefasst und überarbeitet von Helmut Hinder am 01.03.2019)

 

Konkret passt dazu der folgende Sachverhalt:

Ich bin erstmals kein Klassenlehrer, sondern ausschließlich Fachlehrer. Das ist für mich schon ein recht "merkwürdiges" Gefühl, hat mich andererseits aber auch von vielen Aufgaben entlastet.

Was mich in Schule immer mehr befremdet, ist die veränderte Rolle des Klassenlehrers, die mir in Schule zunehmend begegnet.

Ursprünglich bin ich in Schule einmal angetreten, als Klassenlehrer

  • ... möglichst viele Stunden in der Klasse zu unterrichten und auf dieser Basis eine echte Beziehung zu den SchülerInnen zu entwickeln,

  • ... Teambuilding-Maßnahmen (Kanufahren, gemeinsam Kochen u.v.a.m.) zu ergreifen und umzusetzen,
     
  • ... mit KollegInnen, die pädagogisch ähnlich denken, im Team zu arbeiten,

  • ... fachübergreifend, möglichst projektorientiert und damit zukunftsweisend zu arbeiten,

  • ... außerschulische Lernorte in meinen Unterricht einzubeziehen und zu nutzen,

  • ... Klassenfahrten als Maßnahmen gemeinsamen Tuns (gerade zur Entwicklung von Selbstständigkeit und sozialer Kompetenz) durchzuführen,

und so weiter und sofort.

Leider geraten diese Aspekte immer mehr in den Hintergrund. Die zunehmende Verflechtung des Bildungsbereiches mit der Wirtschaft auch aufgrund der chronischen Unterfinanzierung des gesamten Bildungsbereiches führen in unserem Land dazu, dass das gesamte Bildungswesen immer mehr in private Hände und/oder häufig auch in die Abhängigkeit der Wirtschaft gerät, die dies zuweilen schamlos ausnutzt und eigene i.d.R rein wirtschaftliche Interessen in Schule verankert.

Diesem "Zeitgeist" folgend, konzentriert sich Schule heutzutage viel zu oft darauf, fachbezogenen Unterricht ins Zentrum ihres Tuns zu stellen und entzieht sich damit der Beantwortung wichtiger gesellschaftlicher Fragen. Daraus resultierend, entwickelt sie sich konsequent "rückwärts", kommt kaum noch ihren eigentlichen Aufgaben nach und wird zunehmend zu einem Ort, der sich vornehmlich als Zulieferbetrieb für unsere Wirtschaft versteht.

Kulturelle, musische, künstlerische als auch sportliche Aktivitäten treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Die Entwicklung zum mündigen Menschen, und damit die Weiterentwicklung unserer, gerade in der heutigen Zeit besonders gefährdeten Demokratie, kann ich aktuell in Schule kaum mehr ausreichend erkennen.

Ich wünsche uns trotzdem eine guteZeit. Machen wir gemeinsam das Beste daraus.

Beste Grüße

Helmut Hinder


!!! DenkMal - DenkMal - DenkMal !!!

Das Rätsel No. 28 ist neu. Wer löst es? Versuchts doch mal! Wer einen Lösungsvorschlag hat, meldet sich bitte per E-Mail bei mir.

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Summe und Produkt

Zu finden sind zwei natürliche Zahlen, die beide größer als 1, aber kleiner als 100 sind.
Eine Person, im folgenden "Herr Produkt" genannt, kennt das Produkt der beiden Zahlen, eine andere Person, im folgenden "Herr Summe" genannt, kennt ihre Summe. Zwischen beiden Personen entwickelt sich der folgende Dialog:

Herr Produkt: "Ich kenne die beiden Zahlen nicht."
Herr Summe: "Ich kenne die beiden Zahlen auch nicht, ich wusste aber, dass Sie sie nicht kennen."
Herr Produkt: "Dann kenne ich die beiden Zahlen jetzt."
Herr Summe: "Dann kenne ich die beiden Zahlen jetzt auch."

 

Welches sind die beiden Zahlen?

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Übrigens:  Diese Aufgaben wurden bisher gelöst. Herzlichen Glückwunsch!

Die anderen Rätsel-Aufgaben wurden von Winfried "der RätselFuchs" (No. 1, No. 4, No. 6, No. 9, No. 10, No. 11; No. 13; No. 14, No. 15, No. 16, No.17, No. 20,  No. 21, No. 23), Tan N. (No. 2), Marvin Rauchfuß (No. 3), Jessica C. (No. 5), Marinelle L. (No. 7), Lisa H. (No. 8), Patrick N. (No. 12), Peter G. (No. 18), Familie H. (No. 19), Chris (No. 22, No 24), Samuel, Marcel, Chris (No. 25), Samuel, Marcel, Chris und viele andere (No. 26), Sedric R. (No. 27)  gelöst.

Herzlichen Glückwunsch!