Sommerferien - Im Zeichen des Corona-Virus
- Mo., 06.07. - Fr., 14.08.2020 -
verfasst von Christiane Herbert und Helmut Hinder am 14. März 2020. Überarbeitet am 02. Juli 2020.

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Hallo,

ein turbulentes Schuljahr ist zu Ende gegangen. Niemals zuvor wurden solche Herausforderungen an alle Beteiligten gestellt, wie dieses Mal.

Ab dem 17. März war plötzlich alles anders als vorher. Wir hatten in den Tagen zuvor gerade unsere Kurs- bzw. Klassenarbeiten für unsere Lerngruppen erstellt und waren drauf und dran diese nun von unseren Schüler*Innnen schreiben zu lassen.

Just zu diesem Zeitpunkt ereilte uns die Nachricht, dass bis auf weiteres kein Präsenzunterricht mehr statt finde. Das hieß für uns: Wir müssen zu Hause bleiben.

Ab sofort galt es Überlegungen anzustellen in welcher Form etwas Unterrichtsähnliches von zu Hause aus stattfinden können. Das hieß:

  • E-Mail-Adressen von Erziehungsberechtigten, Kolleg*Innen und Schüler*Innnen austauschen
  • Signal- und  / oder Whatsapp-Nummern gegenseitig mitteilen
  • Videoplattformen einrichten / testen
  • Überlegungen anstellen, ob und wenn ja, wie Noten erteilt werden können bzw. sollen
  • Auswirkungen auf Abi- und Abschlussprüfungen / Versetzungen
  • Entwicklung eines Hygienekonzeptes an den Schulen entwickeln und umsetzen
  • u.v.a.m.

Dies alles hat aufgrund der enormen Anstrengungen Aller!!! gut bis sehr gut geklappt. Das empfinden wir im nachhinein als sehr erstaunlich und toll.

Aber es hat auch allen Beteiligten sehr viel abgefordert. Auf Einzelheiten soll an dieser Stelle dazu nicht weiter eingegangen werden.

Die Sommerferien kommen nun wie gerufen. Wir haben nun hoffentlich alle die Möglichkeit erst einmal "herunter zu fahren", alles sacken zu lassen und zu schauen, was war, was ist und was werden soll.

Wir sollten uns aber schon mit dem Gedanken anfreunden, dass kaum etwas wird, wie es einmal war.

Kommt das Virus im Herbst /Winter wieder verstärkt? Was heißt das für Schule? Wieder Schule schließen, das Ganze von vorn?

Oder werden wir schon bald einen Impfstoff haben, der uns das Virus besiegen lässt? Was heißt das dann für Schule?

Vielleicht müssen wir uns unabhängig vom Ausgang des Corona-Szenarios darauf einstellen in Zukunft viel krassere Hygienestandards einzuhalten, als wir das vor Corona gewohnt waren.

 

Eins aber ist sicher, und das können wir auf der Habenseite verbuchen:

Corona zeigt uns sehr deutlich die Defizite unserer Lebensweise auf und will uns damit sicherlich auch sagen: Es gibt kein weiter so.

Bestimmte Dinge müssen sich ändern, so oder so. Nur so haben wir eine Zukunft, anderen falls, das prphezeien alle Wissenschaftler unisono, kommen weit ernstere Krisen, und zwar in immer kürzeren Abständen, auf uns zu. Und dann ist es nicht mehr mit den jetzt ergriffenen Maßnahmen getan.

Unsere Gedanken sollten sich trotz Sommerferien, möglichst schnell darauf richten, was wir in Zukunft anders machen wollen / müssen und wie wir solchen Krisen dann begegnen wollen.

In diesem Sinne wünschen wir allen besinnliche Sommerferien

Alles Gute. Bleibt / Bleiben sie gesund.

Bis bald

Christiane Herbert & Helmut Hinder

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Wer jetzt noch Lust und Muße hat, der / dem empfehle ich die nachfolgenden Gedanken zur "digitalen Bildungsreform" und was sie für uns Schüler*innen, Lehrer*innenden, Erziehungsberechtigte und Schule eigentlich bedeutet.

 

Die digitale Bildung(sreform) - Wie gehen wir damit um?

Einführung

Wir sollten meiner Ansicht nach gerade diese Zeit jetzt auch dazu nutzen, zu schauen, vor welch existentiellen Aufgaben und Herausforderungen unsere Gesellschaft gerade auch im Bereich der Bildung steht. Dazu ist es notwendig, die vielen bildungspolitischen Entwicklungen, die im Bildungsbereich ganz allgemein, als auch an unserer Schule im Speziellen, auf der Tagesordnung stehen, kritisch zu hinterfragen, ggf. zu begleiten und/oder Alternativen zu entwickeln. Leider ist diesbezüglich nicht viel Licht am Horizont zu sehen. Gerade deshalb will ich mit diesen Überlegungen einen Beitrag zur aktuellen Bildungsdiskussion leisten.

Die "digitale Bildung(sreform)" bestimmt die aktuelle bildungspolitische Diskussion. Doch was steckt dahinter? In meinen folgenden Ausführungen, basierend auf einem Vortrag Peter Hensingers, möchte ich diese Frage beantworten.

 

Um was geht es nicht?

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist nicht aufzuhalten. Damit einher geht eine schleichende Veränderung des Bildungsbegriffes. Dies zieht so fundamentale Veränderungen im gesamten Bildungsbereich nach sich, so dass man allseits von der "Digitalen Bildung(sreform)" spricht.

Darunter ist nicht zu verstehen, dass Lehrer*innen nach eigenem Ermessen digitale Medien und Software als Hilfsmittel im Unterricht einsetzen, dass Schüler z.B. Textverarbeitungs­pro­gramme, computergestützte Präsentationen oder den Umgang mit Tabellenkalkulationsprogrammen lernen, Auswertungen von Versuchen mit Programmen vornehmen, statistische Berechnungen durchführen oder lernen, Filme digital zu drehen und zu schneiden. Das gehört heute zu den Grundfertigkeiten, die man ab der Sekundarstufe 1 lernen sollte.

 

Also, um was geht es?entwMensch2

Bei der digitalen Bildungsreform geht es vielmehr um eine Neugestaltung des Erziehungswesens. Für das "Funktionieren" in der digitalisierten Gesellschaft soll der Nachwuchs frühzeitig vorbereitet werden.

Damit wird Erziehung, Entwicklung und Leben nicht vom Menschen her gedacht, sondern von den verfügbaren, technischen Geräten und Möglichkeiten. Sie ist geprägt von dem Glauben an die vollständige Messbarkeit der Welt, die Idee der Bestimmenden an die Steuerbarkeit aller kognitiven und sozialen Prozesse. Das, was in den digitalen Bildungsvorstellungen als individualisierter Unterricht favorisiert wird, ist in der Realität Frontalunterricht, vom Menschen befreit.

Das soziale Gegenüber ist ein von Algorithmen gesteuerter "sprechender Bildschirm". Der Klassenverband entfällt, die durch den Lehrer erzeugte pädagogische Atmosphäre - erzeugt durch den Lehrer, weicht der Vereinzelung, technischer Kälte, Berechenbarkeit und Konditionierung. Lehrer*innen werden von Hard- und Softwareanbietern zu sogenannten Technik-Coaches ausgebildet. Damit sind sie in der Lage die Produkte der IT-Industrie im Unterricht kompetent einzusetzen.

Später sollen autonome eLearning-Systeme das Lehren übernehmen. Der Lehrer wird damit zum Lernbegleiter degradiert oder sogar überflüssig. Die Entmenschlichung und totale Überwachung der Gesellschaft im Gesamten nimmt damit immer mehr Konturen an.

Erziehung im eigentlichen Sinne steht einer solchen Entwicklung konträr entgegen, weil sie vielmehr danach fragt, was Kinder brauchen, um in jeder Beziehung gesund aufzuwachsen. Unter welchen Bedingungen reifen das Gehirn, die Sinne, die sozialen Fähigkeiten möglichst optimal?

Wenn hierauf Antworten gefunden sind, dann und nur dann, können wir in einem nachfolgenden Schritt fragen, wann und ob, wofür und in welchem Umfang digitale Medien Bestandteil des (Schul)lebens sein sollen.

 

Verflechtung mit der Wirtschaft

Die zunehmende Verflechtung des Bildungsbereiches mit der Wirtschaft auch aufgrund der chronischen Unterfinanzierung des gesamten Bildungssektors führen in unserem Land dazu, dass das gesamte Bildungswesen immer mehr in private Hände und/oder häufig auch in die Abhängigkeit der Wirtschaft gerät, die dies zuweilen schamlos ausnutzt und eigene i.d.R rein wirtschaftliche Interessen in Schule verankert.

 

Wir mutieren zu einer Gesellschaft von vielen "Fackelträgern" und wenigen "Schamanen"

Diesem "Zeitgeist" folgend, konzentriert sich Schule heutzutage viel zu oft darauf, fachbezogenen Unterricht ins Zentrum ihres Tuns zu stellen und entzieht sich damit der Beantwortung wichtiger gesellschaftlicher Fragen. Daraus resultierend, entwickelt sie sich konsequent "rückwärts", kommt kaum noch ihren eigentlichen Aufgaben nach und wird zunehmend zu einem Ort, der sich vornehmlich als Zulieferbetrieb für unsere Wirtschaft versteht.

Kulturelle, musische, künstlerische als auch sportliche Aktivitäten treten mehr und mehr in den Hintergrund.

Was heißt das? Die Entwicklung zum mündigen Menschen, und damit die Weiterentwicklung unserer, gerade in der heutigen Zeit besonders gefährdeten Demokratie, kann ich aktuell in Schule kaum mehr ausreichend erkennen.

Ich wünsche uns trotzdem eine gute Zeit. Machen wir gemeinsam das Beste daraus.

(u.a aus: Peter Hensinger, Vortrag vom 09.02.2019, "Was macht die geplante digitale Schulreform mit unseren Kindern?", zusammengefasst und überarbeitet von Helmut Hinder am 25.06.2019)

 

Beste Grüße

Helmut Hinder
 


 !!! DenkMal - DenkMal - DenkMal !!!

 Das Rätsel No. 28 ist neu. Wer löst es? Versuchts doch mal! Wer einen Lösungsvorschlag hat, meldet sich bitte per E-Mail bei mir.

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 Summe und Produkt

Zu finden sind zwei natürliche Zahlen, die beide größer als 1, aber kleiner als 100 sind.
Eine Person, im folgenden "Herr Produkt" genannt, kennt das Produkt der beiden Zahlen, eine andere Person, im folgenden "Herr Summe" genannt, kennt ihre Summe. Zwischen beiden Personen entwickelt sich der folgende Dialog:

Herr Produkt: "Ich kenne die beiden Zahlen nicht."
Herr Summe: "Ich kenne die beiden Zahlen auch nicht, ich wusste aber, dass Sie sie nicht kennen."
Herr Produkt: "Dann kenne ich die beiden Zahlen jetzt."
Herr Summe: "Dann kenne ich die beiden Zahlen jetzt auch."

Welches sind die beiden Zahlen?

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Übrigens:  Diese Aufgaben wurden bisher gelöst. Herzlichen Glückwunsch!

Die anderen Rätsel-Aufgaben wurden von Winfried "der RätselFuchs" (No. 1, No. 4, No. 6, No. 9, No. 10, No. 11; No. 13; No. 14, No. 15, No. 16, No.17, No. 20,  No. 21, No. 23), Tan N. (No. 2), Marvin Rauchfuß (No. 3), Jessica C. (No. 5), Marinelle L. (No. 7), Lisa H. (No. 8), Patrick N. (No. 12), Peter G. (No. 18), Familie H. (No. 19), Chris (No. 22, No 24), Samuel, Marcel, Chris (No. 25), Samuel, Marcel, Chris und viele andere (No. 26), Sedric R. (No. 27)  gelöst.

Herzlichen Glückwunsch!